Alcopops
sind beliebter als Bier
Der repräsentativen Studie zufolge kauft jeder zweite Jugendliche im Alter
zwischen 14 und 17 mindestens einmal im Monat Alcopops. Die Mixgetränke sind
unter den Minderjährigen populärer als Bier, Wein oder Sekt. Die
Alcopops-Käuferschaft unter den bis 29-Jährigen hat sich in den vergangenen fünf
Jahren versechsfacht. Für die Erhebung im Auftrag der Bundeszentrale befragte
das Meinungsforschungsinstitut Forsa rund 2000 Menschen über 17 Jahre und etwa
1000 14- bis 17-Jährige.
Zwei Schnaps
pro Alcopop
Die neuen Zahlen sind alarmierend. Denn hinter bunten Etiketten verbirgt sich
eine Menge Alkohol: Das Gefährliche daran: "Der Branntwein ist in Limonade
maskiert. Der scharfe Geschmack von Alkohol stößt Kinder eigentlich ab. Bei den
Alcopops überdeckt die Süße den bitteren Geschmack", sagt Matthias Wolfschmidt
von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Fünf Prozent Alkohol enthalten
die bunten Alkohol-Brausen - so viel wie zwei Gläser Schnaps. Im Laufe eines
Abends können so schnell zehn "Kurze" zusammenkommen, genug Stoff für einen
starken Rausch.
Passt in die
Tasche
Laut Gesetzt dürfen Jugendliche unter 18 Jahren die Drinks eigentlich gar
nicht kaufen, denn branntweinhaltige Getränke gibt es erst ab 18. Die Kontrolle
ist jedoch "lückenhaft", so die Bundesdrogenbeauftragte Marion Caspers-Merk, die
bereits mit einer Sondersteuer auf Alcopops gedroht hat. Grundsätzlich sind sich
die Experten einig: "Hier müssen Länder und Gewerbeaufsichtsämter härter
durchgreifen." Alcopops werden inzwischen an vielen Tankstellen angeboten. Ein
Großteil der deutschen Getränkemärkte hat ihr Sortiment mit den bunten
Alkohol-Limonaden erweitert. Etwa 1,50 Euro kosten die 0,275-Liter-Flaschen. Und
die Teenies greifen vermutlich aus einem ganz praktischen Grund zu: Alcopops
sind im Gegensatz zum Bier pfandfrei. Das lästige Zurückbringen der leeren
Flaschen entfällt. Damit wird sogar geworben.
Der Anfang
der Alcopops
Entstanden sind Alcopops vor wenigen Jahren. Seit den achtziger Jahren haben
die Deutschen immer weniger Hochprozentiges getrunken. Opas "Klarer" oder Omas
"Likörchen" waren viel zu altmodisch. Außerdem schmeckt Schnaps fast immer
scharf und Bier bitter - und das schmeckt den Jugendlichen nicht. Auch der
Bierverbrauch war in den vergangenen Jahren rückläufig. Die Getränkeindustrie
musste sich also was einfallen lassen: Schließlich hatte die Getränke-Hersteller
die Schnapsidee mit den Alcopops - und bewarben ihre Produkte in zahllosen
Werbespots.